Es sind oft die unspektakulären Räume – das Klassenzimmer einer freien Schule, die Strukturen einer basisdemokratischen Gruppe, das Miteinander in persönlichen Beziehungen oder die alltägliche Improvisation widerständiger Gemeinschaften –, in denen neue Formen des freiheitlichen und solidarischen Zusammenlebens entwickelt werden. Überall dort, wo Menschen Hierarchien in Frage stellen, Verantwortung teilen und Autonomie im gemeinsamen Handeln erproben, gewinnt die Idee einer gelebten Anarchie Konturen: nicht als abstraktes Ideal in ferner Zukunft, sondern als reale und greifbare Möglichkeit. Mit den Anforderungen, die sich daraus für unser Denken und Handeln ergeben, beschäftigen sich die Beiträge unserer neuen Winterausgabe: espero, Nr. 12.

Oft sind es die unscheinbaren Räume, in denen neue Formen des solidarischen Zusammenlebens entstehen: in freien Schulen, basisdemokratischen Gruppen oder widerständigen Gemeinschaften. Dort, wo Hierarchien infrage gestellt und Autonomie gelebt wird, kann die Idee der Anarchie als reale Möglichkeit erfahrbar werden. Genau dieser Herausforderung widmet sich unsere neue Winterausgabe.
Siegbert Wolf beleuchtet in seinem Leitbeitrag die gegenwärtige anarchistische Bewegung und fordert eine Verankerung anarchistischer Prinzipien im alltäglichen sozialen Leben. Es geht darum, Hierarchien zu überwinden und neue Perspektiven für gelebte Anarchie zu entwickeln. Im Themenbereich „Anarchismus und Pädagogik” zeigen Beiträge, wie libertäre Bildungskonzepte jenseits von Schulstrukturen gelebt werden können und welche Freiheit sie für die Entfaltung des Einzelnen ermöglichen.
Ein weiterer Fokus liegt auf der praktischen Umsetzung anarchistischer Ideen anhand historischer und aktueller Beispiele. Jochen Schmück widmet sich Kees Boeke und seinem libertären Modell der Soziokratie, während Rolf Raasch den Neoanarchismus als praxisorientierte Bewegung der Neuen Sozialen Bewegungen untersucht.
In dieser Ausgabe geht es jedoch nicht nur um politische und soziale Strukturen. Lena Rothwinkler greift das Thema „Beziehungsanarchie” auf und zeigt, wie sich auch in persönlichen Beziehungen anarchistische Impulse entfalten können. Darüber hinaus erinnern wir an die anarchistischen Pioniere wie Erich Mühsam und beleuchten den engen Zusammenhang zwischen anarchistischem Denken und antikolonialem Widerstand.
Wir wünschen unseren Leser:innen eine anregende Lektüre!
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