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Libertad Verlag - Bücher der Freiheit und Solidarität
Autorenbuchhandlung des DadAWeb

Neoanarchismus in Deutschland

Neoanarchismus in Deutschland
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ISBN: 978-3-89657-079-6
GTIN/EAN: 9783896570796
Verlage: Schmetterling
Mehr Titel von: Schmetterling
14,80 EUR
inkl. 7 % MwSt. zzgl. Versandkosten


Neoanarchismus in Deutschland
Geschichte, Bilanz und Perspektiven der antiautoritären Linken

Von Markus Henning und Rolf Raasch

Stuttgart: Schmetterling Verlag, 2016. 298 Seiten, Kartoniert, ISBN 978-3896570796

Beschreibung:

Wie kam es in einer Zeit sozialer und politischer Auf- und Umbrüche, in der die Momente jugendlicher Subkulturen und radikaldemokratischer Prostestformen zusammenwirkten,
zur Wiederentdeckung des Anarchismus und eines zeitlosen sozialpolitischen Phänomens: der Anarchie?

Diese Bestandsaufnahme der Entwicklung vom Antiautoritarismus der «68er-Bewegung» sowie undogmatischer oppositioneller Bestrebungen in der der DDR geht dieser Frage nach. Dabei stellen die Autoren fest, dass die historische Rolle des Neoanarchismus bei der Modernisierung der hiesigen gesellschaftlichen Verhältnisse und Beziehungen gemeinhin unterschätzt wird. Antiautoritäre Jugendbewegung, Außerparlamentarische Opposition (68er), Neue Soziale Bewegungen, Grüne Parteigründungen bis hin zur ökonomischen Entschlackung bürokratischer Prozesse und flachen Hierarchien in Unternehmen – vermittelt über diese Entwicklungslinie ─ sind im Verlauf der vergangenen fünf Jahrzehnte Motive der Subkultur, des Marxismus, der Kritischen Theorie und eben auch des Neoanarchismus aufgegriffen, herrschaftskonform zugerichtet und ins Establishment integriert worden. Ohne Frage ist die Gesellschaft darüber auch ein Stück demokratischer und offener geworden.

Jedoch scheint das Projekt des emanzipatorischen Fortschritts mittlerweile festzustecken. Kulturpessimismus grassiert angesichts der Wiederkehr rückwärts gewandter religiöser Vorstellungen und ihrer Rückwirkung auf das gesellschaftliche Miteinander sowie neuer, sozial «angepasster» Formen des Rechtsextremismus und Antisemitismus. Globalisierungseffekte, Cyberüberwachungswahn, Optimierungszwang in sämtlichen Lebensbereichen, die näher rückende Endlichkeit natürlicher Ressourcen, Klimawandel usw. tun ihr Übriges.

]
Vorwort zur ersten Auflage [8]
Vorwort zur Neuauflage [10]
Methodische Vorbemerkung [12]

Teil I: Studentenbewegung, APO, Neoanarchismus und Neue Soziale Bewegungen in der Bundesrepublik Deutschland [14]
Einleitung [14]
  1. Eine Bestandsaufnahme neuerer Literatur zum Thema Anarchismus in der Studentenrevolte [16]
  2. Kurze Geschichte des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS) [19]
  3. Der gesellschaftspolitische Kontext von Entstehung und Entwicklung der Studentenbewegung [28]
  4. Die ersten Unruhen [34]
  5. Dutschkes Aktionstheorie [35]
  6. Kritische Theorie und Marcuses Appell an die revolutionäre Ungeduld [38]
  7. Der Gegensatz zwischen "Antiautoritären" und "Traditionalisten" [46]
  8. Dutschkes Rehabilitation des Anarchismus "auf dem Boden der Marxschen Theorie" [47]
  9. Von den Situationisten zu den Kommunen [52]
  10. Antiautoritarismus und Subkultur [67]
  11. Neue Formen der Gegenöffentlichkeit: Die Republikanischen Clubs, die Jugendläden und die wichtigsten APO-Zeitschriften [88]
  12. Vom Antiparlamentarismus zur Rätedemokratie [91]
  13. Der 2. Juni 1967 und seine Folgen [99]
  14. Ostern 68 - Die große Chance der APO? [104]
  15. Cohn-Bendits "Aktionsanarchismus" [105]
  16. Bernd Rabehl als "anarchistischer Realpolitiker" [109]
  17. Wolfgang Dreßen - Zwischen Anarchismus und Zentralismus [113]
  18. Die Aktionseinheit der APO zerfällt - Gründe und Konfliktlinien [117]
  19. Die Wiederentdeckung des Proletariats - Neue Strategiedebatte und Auflösung des SDS [127]
  20. Fraktionierung als Neuorientierung [130]
  21. "Altanarchismus" - Neoanarchismus [133]
  22. Antiautoritarismus und Anarchismus [142]
  23. Der Neoanarchismus [148]
  24. Gesellschaftliche Modernisierung durch punktuelle Ausbreitung anarchistischer Prinzipien [168]
  25. Die Strömungen des deutschen Anarchismus bis in die 2010er-Jahre [176]
Teil II: Anarchismus in der DDR - Eine libertäre Spurensuche [195]
Einleitung [195]
  1. Stalinistische Formierung von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft [196]
  2. Liquidierung libertärer Regungen und anarchistischer Neuansätze [200]
  3. Der Aufstand vom 17. Juni 1953 und das Ende der Arbeiterbewegung in der DDR  [203]
  4. Funktionärsopposition, intellektuelle Dissidenz und studentische Proteste zwischen dem XX. Parteitag der KPdSU und Mauerbau [209]
  5. Jugendkultureller Konflikt und das Schlüsseljahr 1968 in der DDR [218]
  6. Sektoren der Evangelischen Kirche als Handlungsraum und Fusionsareal widerständiger Milieus [229]
  7. Ausprägungen eines neuen Anarchismusin den Oppositionsbewegungen der 1980er-Jahre [237]
  8. Die Demokratische Revolution von 1989/90. Ansätze spontaner Anarchie im Machtvakuum des gesellschaftlichen Umbruchs [252]
Bestandsaufnahme - Ein Ausblick [268]

Literaturverzeichnis und Anregungen für weitere Lektüre [272]

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